Konsensuspapiere
Behandlung des Gelenksknorpels

Konsensuspapier des Arbeitskreises Knie und Knorpel der österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie zum Thema operative Verfahren zur Behandlung des Gelenksknorpels und Erstellung eines Behandlungsalgorithmus

Österreichische Gesellschaft für Unfallchirurgie
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A - 1020 Wien
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www.unfallchirurgen.at

Dr. Andreas Janousek (Leiter des Arbeitskreises Knie)
Unter Mitarbeit von: Benedetto, Boszotta, Dann, Fink, Fischmeister, Gaudernak, Genelin, Glötzer, Janousek, Koprowski, Marlovits, Müllner, Oberthaler, Orthner E., Passler, Pelinka, Schabus, Schützenberger, Schuh, Schultz, Seitz, Trost, Wallenböck.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen dass es sich bei diesem Papier um eine Arbeitsempfehlung einer Expertenrunde des Arbeitskreises Knie der österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie handelt. Es liegt damit eine Empfehlung vor, individuelle Abweichungen sind möglich.

Beurteilung des Knorpelschadens

Für die Beurteilung des Knorpelschadens wichtig sind:

  • Lokalisation,
  • Ausdehnung und
  • Tiefe des Knorpelschadens.

Zur Beurteilung des Knorpelschadens gehören

  • klinische Untersuchung,
  • Röntgenaufnahmen (Schuss- oder Rosenbergaufnahme),
  • MR (Schema MOCART in Ausarbeitung) und
  • arthroskopisches Bild.

Anmerkung

Das Röntgen dient in erster Linie zum Ausschluss osteochondraler Läsionen, der Beurteilung der Osteochondrosis Dissecans, der Beurteilung des Arthrosegrades, der Neigung des Schienbeinplateaus (Slope) und der Beinachse (Ganzbeinaufnahme).

Zusätzliche Aufnahmen bei Verdacht auf Osteochondrosis Dissecans sind die Tunnelaufnahme. Bei Verdacht auf Pathologien im Femoropatellargelenk kann auch eine Funktionsaufnahme (Defile und/oder Anspannungsaufnahme der Kniescheibe) durchgeführt werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass standardisierte Knorpelsequenzen zur Beurteilung des Gelenksknorpels im MR, hilfreich sind.

Zur Abklärung gehört auch die Prüfung der Bandstabilität des Kniegelenkes.

Zur Beurteilung der Knorpelschäden wird das ICRS -Schema herangezogen, wobei der Grad 3 und Grad 4 im ICRS -Schema, dem Grad 3 und Grad 4 ? Knorpelschaden nach Outerbridge weitgehend entspricht.

Behandlung bei Knorpelschaden

Es gibt unterschiedliche Ausformungen und Ausdehnungen von symptomatischen Knorpelschäden, die einer unterschiedlichen Behandlung zugeführt werden können.

Zur Behandlung von posttraumatischen Knorpelschäden stehen folgende Behandlungstechniken zur Verfügung:

  • Refixation osteochondraler Fragmente,
  • Debridement,
  • Microfracture,
  • Osteochondraler Autograft (Mosaikplastik),
  • ACT + MACT

Weitere Techniken sind:

  • die Umstellungsosteotomie,
  • Osteochondrale Allografts,
  • der unikompartimentelle Gelenksersatz,
  • der totalendoprothetische Gelenksersatz

CRS Grad 1 bis Grad 3

durch Lavage, mechanische Glättung und Abtragung mechanisch störender Knorpelanteile.

CRS Grad 3 und Grad 4 - mit freiliegender subchondraler Grenzlamelle

folgende Behandlungsmethoden stehen in Abhängigkeit von Patientenalter, Defektgröße und Defektlokalisation zur Verfügung:

  • Chondroplastik,
  • Knochenmarkstimulierende Operationsmethoden (z.B. Microfracture),
  • Osteochondraler Autograft (Mosaikplastik),
  • Transplantation chondrogenen Gewebes

Defektgröße:

Defekte bis 3cm2 können mit knochenmarkstimulierenden Operationsmethoden (z.B. Microfracture) und Transplantation autologer osteochondraler Zylinder behandelt werden.

Zur Behandlung größerer Defekte gibt es noch zusätzlich die ACT und MACT, wobei diese Behandlungsmethoden entsprechenden Zentren und klinischen Studien vorbehalten sein sollte. Evidence based medicine Studien sind diesbezüglich noch abzuwarten.

Zur Evaluierung wird CARRERA empfohlen.